Grundsätzlich wichtig
Was ist Ausbildung?
Ausbildung umfasst die Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen an einen Auszubildenden oder Studenten durch eine ausbildende Stelle. Im Unterschied zum umfassenderen Begriff der Bildung verfolgt die Ausbildung praktische Absichten. Ihre pädagogische Zielsetzung liegt weniger in der allgemeinen und persönlichen Entfaltung, sondern vielmehr in der standardisierten Vermittlung von anwendbaren Fertigkeiten, die zumeist der gewerblichen Berufsausübung dient.
Ziemlich viel Theorie - und es geht noch weiter: Bei der dualen Berufsausbildung erfüllen insbesondere Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen (berufsbildende Schulen; Berufskollegs) diese Aufgaben nach den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Als Grundlage für eine geordnete und einheitliche Berufsausbildung erlässt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie oder das sonst zuständige Fachministerium Ausbildungsverordnungen.
Und jetzt kommt etwas ganz Wichtiges: Für einen anerkannten Ausbildungsberuf darf nur nach der jeweiligen Ausbildungsverordnung ausgebildet werden! In anderen als anerkannten Ausbildungsberufen dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht ausgebildet werden.
Übrigens: Das Berufsbildungsgesetz setzt als Voraussetzung für eine Ausbildung zu einem anerkannten Beruf keine Vorgaben für absolvierte Schulausbildungen oder sonstige Fortbildungen.
Nutzen der Berufsausbildung
Der Nutzen einer Berufsausbildung kann unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Welche Ziele sprechen aus betrieblicher Sicht und welche aus der Sicht der Auszubildenden für eine Berufsausbildung? Wo gibt es Parallelen?
Infolge der gesellschaftlichen Entwicklung haben sich die Erwartungen der Arbeitnehmer und der Azubis gewandelt. Ausbildung und Berufstätigkeit sollen sinnerfüllt sein und persönliche Entfaltung, eine Beteiligung an Entscheidungsprozessen und mehr Übernahme von Verantwortung ermöglichen. Deutschlands Azubis haben eindeutig den Wunsch nach einem guten Betriebsklima. Auch möchten Sie bereits während der Ausbildungszeit als mündige Person ernst genommen werden. Genauso wie die Wirtschaft ihre Ansprüche an die Schulabgänger formuliert und erweitert, haben auch die Schülerinnen und Schüler genaue Vorstellungen. Sie betrachten ihre Ausbildungszeit als Investition in ihre berufliche Zukunft. Sie wollen einen bestimmten sozialen Status erreichen und ihre wirtschaftliche Existenz sichern. Sie haben das Bestreben mit einer dualen Berufsausbildung ein solides Fundament zu bauen. Ein beliebter Weg um den Betrieb bereits im Vorfeld besser kennen zu lernen ist ein mehrwöchiges Praktikum. So können sich beide Parteien ein Bild voneinander machen. Genauso wie der Praktikant darauf achten sollte, wie er sich präsentiert, gibt auch der Betrieb in dieser Phase seine Visitenkarte ab.
(Quelle: IHK-Ausbildungsumfrage 2010)
Kennt ihr eigentlich die Gründe warum Betriebe ausbilden oder sich dagegen entscheiden?
Gründe dafür:um den betrieblichen Anforderungen entsprechende Nachwuchskräfte zu qualifizierenum bei Übernahme von Azubis die Besten auswählen zu könnenum das Risiko von Fehleinstellungen zu vermeidenweil Ausbilden eine Gemeinschaftsaufgabe der Wirtschaft istum eine hohe Personalfluktuation zu vermeidenum den Fachkräftenachwuchs der Branche/Region zu sichernum Azubis bereits während der Ausbildung als Arbeitskräfte einsetzen zu könnenweil Ausbilden zur Firmentradition gehört
Gründe dagegenmangelnde Ausbildungsreife der Schulabgängerzu lange Berufsschulzeitenunsichere wirtschaftliche PerspektivenWeg zur Berufsschule zu weitAzubis können nicht übernommen werdenAusbildungskosten
Warum ist die betriebliche Ausbildung im Hinblick auf den Personalbedarf und die Personalplanung eigentlich so wichtig?
Der Personalbedarf beschreibt die benötigte Arbeitskapazität, die ein Unternehmen momentan und in Zukunft braucht, um die geplanten Aktivitäten durchführen zu können. Bildet ein Unternehmen seine zukünftigen Mitarbeiter selbst aus, wird der Nachwuchs mit den erforderlichen Qualifikationen gesichert. Zudem kennen eigen ausgebildete Nachwuchskräfte die betrieblichen Zusammenhänge und haben Kenntnisse über firmenspezifische Besonderheiten.
Die betriebliche Ausbildung hat für den Betrieb/die Wirtschaft folgende Vorteile:ermöglicht mittel- und langfristige Personalplanungvermeidet Facharbeitermangel durch Nachwuchssicherungstellt einen Wettbewerbsvorteil durch gut qualifizierte Mitarbeiter darermöglicht einen flexibleren Personaleinsatz durch Kenntnis der betrieblichen Zusammenhängebringt eine höhere Identifikation mit dem Unternehmen und folglich geringere Fluktuation
Was erwartet der Betrieb von mir?
Kennt ihr eure eigenen Stärken und Schwächen? Wisst ihr, welche Berufe zu euch passen? Gibt es Ausbildungsmöglichkeiten in denen ihr euer Hobby zum Beruf machen könnt? Unter folgendem Link findet ihr alle Ausbildungsberufe von A bis Z. Hier könnt ihr euch schlau machen, welche Ausbildungsmöglichkeiten es überhaupt gibt.
Doch eine wichtige Frage ist dabei nicht geklärt: Wisst ihr was die Betriebe von euch nach dem Schulabschluss erwarten? Ganz allgemein könnte man sagen, dass am Ende der Schulausbildung die Grundlagen für eine stabile Persönlichkeit, für Gemeinschaftsfähigkeit, für Lern- und Leistungsbereitschaft gelegt sein sollten. Ebenfalls werden Grundkenntnisse in allen Schulfächern vorausgesetzt. Zusammenfassend benutzen die Betriebe das Wort „Handlungskompetenz“ um zu beschreiben, welche Anforderungen sie an euch stellen. Doch was steckt dahinter? Die Handlungskompetenz umfasst alle Voraussetzungen, die für ein selbstbestimmtes Handeln in wechselnden Situationen erforderlich sind. Hierzu zählen die Fach-, Methoden-, Sozial- und Individualkompetenz.
Begrifflichkeiten von A-Z
Hier findet ihr grundlegende Begriffe und rechtliche Regelungen zur Berufsausbildung.